Schneckengetriebe kommen vorwiegend bei großen Übersetzungen, niedrigen Drehzahlen und hohen Drehmomenten zum Einsatz. Der Gleitanteil ist bei dieser Verzahnungsform sehr hoch. Unsere Fertigungsgenauigkeit liegt bei den Schneckenradsätzen im Bereich der DIN-Qualität 4. Durch unterschiedlichen Module auf den beiden Flankenseiten der Verzahnung verändert sich die Zahndicke über die Schneckenradwelle. Eine axiale Verschiebung der Welle im Schneckenrad lässt das Spiel somit quasi bis zur „Spielfreiheit“ verstellen. In Wartungsintervallen kann die Verzahnung nachgestellt werden, um eine optimale Übertragung sicherzustellen.
Besonders bei Anwendungen mit höchster Präzision finden Duplex-Verzahnungen Verwendung. Viele unserer Kunden stammen aus der Feinmechanik oder verbauen die Schneckenradsätzen in Positioniereinheiten oder Werkzeugmaschinen. Im eigenen Gebrauch werden die DUPLEX-Verzahnungen für Rundschalttische, Teilapparate und Kombinationsanwendungen genutzt.
Neben dem katalogmäßigen Standardprogramm wird eine Vielzahl von kundenspezifischen Ausführungen bis zu einem Achsabstand von 710 mm gefertigt. Ein großes Lager sowie eine optimale Flexibilität in der Fertigung lassen auch Möglichkeiten einer Just-In-Time Belieferung zu. Je nach Kundenforderung wird eine Berechnung des Radsatzes durchgeführt. Übersetzungen können werkseitig berechnet und gefertigt werden. Nicht immer ist es möglich, vorhandene Verzahnungswerkzeuge zu verwenden.
Dynamische Selbsthemmung
max. 3° Steigungswinkel bei Fettschmierung
max. 2,5° Steigungswinkel bei Schmierung mit synthetischen Ölen
Statische Selbsthemmung
von 3° bis 5° Steigungswinkel bei Fettschmierung
von 2,5° bis 4,5° Steigungswinkel bei Schmierung mit synthetischen Ölen
Bei Steigungswinkeln über 4,5° bzw. 5° ist keine Selbsthemmung vorhanden. Außerdem können einige Faktoren die
Selbsthemmung negativ beeinflussen. Bei Erschütterungen oder Vibrationen besteht sogar die Möglichkeit, dass die
Selbsthemmung aufgehoben wird.
Einflussfaktoren Selbsthemmung
Einflussfaktoren Wirkungsgrad
Unsere Radsätze und Getriebe werden weltweit in den unterschiedlichsten Branchen und Antrieben verwendet.
Beispiele sind: Energietechnik, Aufzugstechnik, Stellantriebe, Positioniertische, Werkzeugmaschinen, Hubsysteme und Bühnentechnik und weitere Einsatzbereiche der allgemeinen Antriebstechnik.
Unsere langjährige Erfahrung in der Entwicklung und Berechnung der
Antriebe ergänzt sich durch namhafte Rohmateriallieferanten. Bei dem Rohmaterial wählen wir
sorgfältig die Legierungszusammensetzung für die jeweiligen Anwendungsfälle
aus. Materialzertifikate und Werkstoffprüfzeugnisse sind auf Anfrage problemlos
verfügbar.
Die Schneckenwelle besteht aus einsatzgehärtetem Stahl. Die Flanken und Bohrung sind geschliffen.
Das Schneckenrad wird aus Bronze gefertigt. Auch hier kann der Kunde gemeinsam mit uns eine optimale Auswahl für
die gewünschte Anwendung finden.
Cu Sn 12 DIN 1705
Weicher Werkstoff bei guten Verschleißwiderstand für hohe Gleitgeschwindigkeiten.
Cu Sn 12 Ni DIN 1705
Weitere Werkstoffe auf Anfrage.
Weicher Werkstoff, durch Zugabe von Nickel hoher Verschleißwiderstand, Eignung für hohe Gleitgeschwindigkeiten
Auch Kunststoffräder können eingesetzt werden. Hier sollte darauf geachtet werden, dass eine Verwendung aufgrund der schlechten Wärmeleitfähigkeit nur für niedrige Gleitgeschwindigkeiten <1,5 m/s und mittlere Zahnflankenbelastungen vorgesehen wird. Die Schnecke muss gehärtet und die Flanken müssen geschliffen sein.
Schneckenräder aus Kunststoff dürfen mit ca. 50 % Drehmomentbelastung der Bronzeräder (MF-Mineralfett-Angaben) betrieben werden.
Die technische Konzeption der DUPLEX-Schneckenradsätze basiert darauf, dass sowohl Schneckenwelle als auch Schneckenrad unterschiedliche Module für die linke und rechte Flanke aufweisen. Durch diese Fertigungstechnologie wird von Steigung zu Steigung das Schneckenprofil stärker, sodass durch Axialverschiebung der Schnecke eine Spielreduktion erfolgt. Die axiale Verschiebung der Schneckenwelle erfolgt entweder durch einen speziell, katalogmäßig lieferbaren Einstelladapter, oder durch entsprechende, kundenseitig zur Verfügung stehende Einstellvorrichtungen.
Bei Standardantrieben bitten wir um die Befolgung der Montageanleitung. Beim Einbau und der Einstellung von kundenspezifischen Radsätzen ist auf eine saubere Einstellung des Tragbildes der Verzahnung zu achten.
Durch Kontrolle der Lage des Tragbildes im eingebauten Zustand lässt sich erkennen, ob ein Einbaufehler bezüglich der axialen Stellung des Schneckenrades vorliegt. Das Tragbild sollte möglichst zur Auslaufseite tendieren. Bei wechselnder Drehrichtung (Reversierbetrieb) sollte das Tragbild zur Mitte tendieren.
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